Zeitsprung

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Mode

Bei jeder Frau kommt das gewisse Alter, in dem sie sich bewusst wird, nicht mehr 16, 20 oder 25 zu sein, für viele ist 30 der magische Moment des Bergabwärts. Es gibt da ja eben für jeden so eine persönliche Grenze im Kopf. Nicht was das Denken, Handeln und Fühlen betrifft, sondern tatsächlich das Äußere. Manche Frauen sehen es das erste Mal auf Fotos, andere im Spiegel und wenn frau Pech hat, bekommt sie es- sehr ungalant! – gesagt.

Die erste Frage zu diesem Moment.

Was ist so schlimm daran?

Verona Pooth- kennt jemand noch diese Frau?- wurde einmal in einem Interview zu ihrem 40. Geburtstag gefragt, ob sie mit diesem Alter ein Problem habe. Und sie antwortete ganz gelassen: „Nein. Denn wenn man für sich alles erreicht hat und zufrieden ist, mit dem wie man ist und wie das Leben gerade verläuft, spielt das Alter keine Rolle.“ Das Zitat entspringt aus meiner Erinnerung, aber im Großen und Ganzen war das der Sinn der Antwort. Und ich finde die Aussage großartig. Egal welche Zahl auf dem Kuchen, den Geschenkanhängern oder Einladungskärtchen steht- scheißegal! Jedes Jahr, das wir erleben dürfen, sollten wir tatsächlich feiern, auch wenn wir früh im Kalender lesen: Zahnarzttermin! Es gibt in jedem Alter wunderbare Gründe, lachend in den Spiegel zu blicken! Wieso steht das bitte nur Menschen zu, die nach 1986 geboren sind.

Die zweite Frage.

Warum hat Frau immer das Gefühl, das sie nur bis zu einem bestimmten Alter wichtig, schön und interessant ist?

Woher kommt dieses ins Hirn gepflanzte wirre Bild, das wir Frauen ab 30 von uns selbst entwickeln. Aus Filmen, Modezeitschriften, Blogs, Kosmetikspots im TV (Gott sei Dank habe ich kein normales Fernsehprogramm mehr!), Werbeplakaten…? Warum schließt nur jung sein hip und trendy ein? Warum werden wir ab einem gewissen Alter aus all diesen Medien ausgeblendet? Wir sind doch aber die Frauen, welche all die beworbenen Artikel kaufen sollen- etwa um uns wieder jung und schön zu fühlen, wie die Gesichter auf den Verpackungen? Versuchen die Hersteller uns mit Erinnerungen an unsere schon weit verblasste Jugend zu locken?

Der Alltag

Schaue ich mir Street Style Bilder aus der ganzen Welt, berühmte Modebloggerinnen oder Zeitschriften Cover an- die sind alle jung! Ich muss also tatsächlich extra auf Pinterest in die Suche eingeben: „Streetstyle over 30“. Warum? Interessieren sich Frauen ab 35 nicht mehr für Trends, hören schlagartig auf, schöne Kleidung tragen zu wollen, vergraben all ihr Makeup weit hinten im Schrank? Sind das Oberflächlichkeiten, die frau bitte schön ab einem bestimmten Alter zu lassen hat? Oder soll sie einfach nicht mehr darüber reden, interessiert ja eh keinen. Dann stehen plötzlich Kinder, Weltrettung, Wochenendeinkauf und Ferienhausbuchung für den Sommer auf dem täglichen Murmeltierkalender?

Das kleine Teufelchen: Vergleich

Dazu kommt der Punkt des Vergleichens mit anderen Frauen. Das können wir super…bis wir heulend in der Ecke sitzen. Denn leider fällt es uns meistens auf die Füße- dieses sich Messen mit jemandem auf der Straße gegenüber, Titelcovern, Schauspielerinnen, Instagrammerinnen… denn die wir da sehen, sind jünger, schöner, gebildeter, netter, wohlhabender, beliebter… aber meistens jünger. Mist!

Die dritte Frage.

Was nun?

Bilden wir uns dies alles vielleicht nur ein? Ist es gar nicht so schlimm und betrifft dieses Gedankenchaos vielleicht auch nur Nicht-Mütter. Ich habe schon das Gefühl, das für viele Frauen der Sinn ihres Lebens gefunden ist, wenn ein Kind das Leben bereichert. Dann fällt man plötzlich raus aus diesem Reigen des Suchens, Vergleichens- diesem oberflächlichen Kuddelmuddel aus Gedankenspaziergängen. Brauchen wir einfach mehr Ablenkung wie Hobbies, Nachwuchs, Reisen oder ehrenamtliches Engagement? Ist es albern sich ab Mitte 30 zu fragen, kann ich diesen Trend noch tragen und soll es wirklich noch ein schwarzer Ministretchrock sein? Ist es erlaubt, einen Abend lang in einem Online Shop sinnlos Zeit damit zu verplempern, den Warenkorb voller Kleider, Schuhe und Taschen zu hauen, um ihn dann wieder zu löschen? Doch mal diese Gesichtsmaske selbst zu machen, von der man letztens gelesen hat, weil sie Fältchen um Mund und Augen verschwinden lässt. Die aktuellsten Street Styles aus Kopenhagen zu googlen?

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Die Lösung…

Muss tatsächlich jede Frau für sich selbst entdecken. Am besten hat sie etwas mit Spaß und Loslassen von all dem „Sosollichsein“ zu tun. Wir sollten uns nicht schämen, für das was wir darstellen möchten. Eher sich betrachten, nicht was andere machen und das als Maßstab nehmen. Bei sich bleiben, nicht immer an sich zweifeln, anderen ihre Art gönnen- das ist erlernbar- aber auch harte Arbeit.

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